Musikalische Frühjahrsgrüße aus dem „Dreiklee“.

Mit unserem heurigen Frühjahrskonzert, das am 08. April stattfand, kamen zwei entscheidende Neuerungen auf uns zu. Erstens hielten wir das 1. Mal unser Konzert im Veranstaltungszentrum „Dreiklee“ ab und 2. erfolgte die Begrüßung durch unseren neuen Obmann Johann Mösinger.

In der, bis auf den letzten Platz gefüllten Halle konnte unser Obmann neben zahlreichen Ehrengästen – u.a. Bezirkshauptmann Dr. Christoph Platzgummer, Bez-OM des Unterinntaler Musikbundes Sebastian Neureiter und Landesmusikschulleiter Mag. Johannes Puchleitner - auch viele Blasmusikbegeisterte aus Nah und Fern begrüßen, die die Blasmusik der „Angerberger/Mariasteiner Rotjacken“ als freitägliche Abendgestaltung auserkoren hatten. Nach der Begrüßung konnte Mösinger das Mikrofon an die charmante Sprecherin Susanne Meßner übergeben, die kurz, prägnant und humorvoll durch das Programm führte.

Wuchtig und expressiv begann der breit gefächerte Abend mit „Trumpet and bridges“ von Thomas Doss. Das, musikalisch an ein Südstaatenepos erinnernde Stück, forderte schon zu Anfang alle Register und machte neugierig auf die folgenden Stücke und Kompositionen, die in dieser Art erstmals im „Dreiklee“ erklangen, visuell unterstützt durch die beeindruckenden Bilder auf der Leinwand.

„Schmelzende Riesen“ von Armin Kofler begann träumerisch und verspielt und man hätte sich vielleicht als Zuseher dabei ertappt, ein wenig die Augen zu schließen, hätte nicht der Allegroteil mit seinen raffinierten Harmonien einen eines besseren belehrt und die ganze Aufmerksamkeit auf die Bühne geholt.

Das Tongemälde „Die Geheimnisse der Etsch“ von Felice Carena führte lautmalerisch im 3/4tel und 4/4tel Takt vor Augen, wie verspielt, verschwiegen, aber auch heimtückisch und unberechenbar dieser Fluss sein kann.

Der 1. Solist des abwechslungsreichen Abends war Thomas Neumann, der es nicht nur im Bariton sondern auch in der Posaune und im Schlagzeug trotz - oder vielleicht sogar aufgrund - seines jugendlichen Alters zu beachtenswerter Perfektion gebracht hat. „The green hill“ von Berg Appermont erinnert sowohl an die keltische Musik als auch an die Schottischen Highlands. Lyrische Melodien, virtuose Läufe und verzwickte Harmonien forderten nicht nur den Solisten sondern auch alle Register, die von Kapellmeister Mag. Thomas Mösinger exakt und mit viel Geduld geführt wurden. Berechtigter Applaus war der Dank an den Solisten und die engagierten Musikanten.

Die Ehrungen, durchgeführt von OM Johann Mösinger, Bez.-OM Sebastian Neureiter, BM Dieter Martinz und BM Walter Osl boten Gelegenheit, verdiente Musikanten und –innen für ihren freiwilligen Einsatz bei der Musikkapelle ins Rampenlicht zu stellen.
Neu bei der BMK sind Matthias Osl - Tenorhorn, Johanna Peer – Klarinette und Julia Schwarzenauer – Saxophon. Das Jungmusikerleistungsabzeichen legten im Vorjahr ab:
Bronze:
Theresa Genser – Querflöte,
Lukas Osl – Trompete,
Matthias Osl – Tenorhorn,
Sandro Temperli – Posaune.
Silber:
Daniel Hargaßner – Schlagzeug.
Gold:
Emanuel Ehrenstraßer – Klarinette.
Doch nicht nur der musikalische Nachwuchs wurde für seinen Fleiß belohnt, sondern auch die altgedienten Musikanten:
Als langjährige Funktionäre wurden ausgezeichnet:
Kapellmeister Mag. Thomas Mösinger – 10 Jahre musikalischer Leiter und Kapellmeister und sein Bruder Christian Mösinger – 10 Jahre Jugendreferent der BMK Angerberg/Mariastein.
25 Jahre aktiv im Dienst der Musikkapelle sind:
Christian Mösinger – Trompete und Werner Schwarzenauer – Horn.
Für ein halbes Jahrhundert unermüdlichen Einsatz, auch als Funktionär, wurden ausgezeichnet:
Ehrenmitglied Johann Osl – Saxophon und sein Bruder Ehrenmitglied Josef Osl, Trompete.
Im Jahr 2015 wurde österreichweit ein Leistungsabzeichen für Stabführer eingeführt, welches unser OM Johann Mösinger im Februar mit Auszeichnung ablegte.
Ihnen zu Ehren erklang der „Astronautenmarsch“ von Josef Ulrich.
Nach den Grußworten von Bez-OM Sebastian Neureiter und BM Walter Osl erklang der „Schönfeld-Marsch“ von Carl Michael Ziehrer, der musikalisch eine 20-minütige Pause einläutete.

Der 2. Teil des hochwertigen Abends war einem der größten Entertainer des 20. Jahrhunderts gewidmet: Elvis Presley. „A tribute to Elvis“ mit einem Arrangement von Thijs Oud begann mit einem musikalischen Thema, das man eigentlich nicht in Zusammenhang mit „the king of rock“ vermuten sollte: „Also sprach Zarathustra“. Aber nach diesem wuchtigen Beginn wusste man, wo man sich musikalisch befand: nicht ganz in Las Vegas, aber doch gedanklich bei „Elvis, the pelvis“ (Elvis, die Locke). Rasant schnell, unangepasst, unvergleichlich, so wie „der King“ war, ist auch dieses Arrangement.

Ein großzügiger Gönner unserer Musikkapelle ist Ing. Karl Schweitzer, der uns heuer mit einer Instrumentenspende eine große Freude machte. Die Klarinette wird bei uns ihrer Bestimmung übergeben werden und in fingerfertigen Klarinettenhänden landen. Bezugnehmend darauf kam als 2. Solist des Abends, der mit Gold ausgezeichnete junge Klarinettist Emanuel Ehrenstraßer ins Spiel, der mit „Capriccio“, einem Werk von Ctibor Letosnik, locker und doch präzise vor Augen führte, dass er das goldene Jungmusiker-leistungsabzeichen ganz zu Recht besitzt. Musikalische Winkelzüge, Tempiwechsel, Oktavische Höhenflüge, all das war hörenswert und sorgte für viel Applaus unter den Zuhörern im „Dreiklee“.

Als der Applaus verebbte, waren die Musikanten und –innen um Kapellmeister Mag. Thomas Mösinger bereit für ihr nächstes Stück, das Komponist Louis Prima im Big Band Milieu angelegt hatte. „Sing Sing Sing“ beginnt rasant mit dem Schlagzeug, worauf die Bläser wuchtig einsteigen, und sich über das gesamte Stück immer wieder registerweise solistisch in den Vordergrund spielen.

Den offiziellen Schluss des gelungenen Abends bot der Marsch „Vivat Lucerna“ von Arthur Ney.

Das Publikum bedankte sich mit nicht enden wollendem Applaus, sodass wir nicht um die eine oder andere Zugabe herumkam. Die erste war „Let the tubas swing“ von Martin Scherbacher, die das fünfköpfige Bassregister Josef Ehrenstraßer, Josef Ehrenstraßer, Christoph Brindlinger, Johann Spöck und Horst Perthaler nicht nur musikalisch in den Vordergrund stellte, das sich im Swing-Sound bestens bewährte und vom Publikum wieder mit kräftigem Applaus belohnt wurde, sodass das Bass-Quintett um eine Wiederholung nicht herumkam.

Die zweite Zugabe war ein Leckerbissen für alle Fans der Tiroler Formation „Viera Blech“. „Von Freund zu Freund“, welches solistisch mit Michael Meßner und Thomas Neumann seinen Anfang fand. Es kommt nicht nur in kleiner Besetzung, sondern auch mit dem gesamten Blasorchester bestens zur Geltung.

Nach einem Ruck-Zuck-Umbau der „Nur-Bestuhlung“ im Publikumsraum konnten die zahlreichen Zuseher an Tischen Platz nehmen und sich so manches kulinarische Schmankerl schmecken lassen.
Der abwechslungsreiche Abend endete mit musikalischer Umrahmung durch den „Inntal-Express“ in den frühen Morgenstunden im „Dreiklee“.

Für die BMK Angerberg/Mariastein Schriftführer Franz Osl.