90 Jahre BMK Angerberg/Mariastein - da muss ein Fest her!


Dazu laden wir euch am 14. und 15. Oktober zu uns in die "Dreiklee-Halle" ein, um mit uns ausgiebig zu feiern.
Ganz nach dem Motto "O'ZAPFT IS", lassen wir es mit einem zünftigen Oktoberfest so richtig krachen.

 

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„Es war einmal …“ –  die Geburtsstunde der BMK Angerberg/Mariastein.

Im Herbst 1926 fanden sich an einem Sonntagnachmittag unter einem schattigen Birnbaum vor dem Blüml-Bauernhaus in Unterangerberg fünf Burschen mit Namen Peter und Josef Bleickner, Peter Ehrenstraßer, Josef Hager und Adolf Sandbichler zusammen, um eine Tanzmusik „zum Aufmachen“ zu gründen. Selbe bestand aus zwei Flügelhörnern, einem Euphonium, einem B-Bass und einer Harfe. Die Jugend war sehr interessiert an dem begonnen Spiel, und somit kam es relativ rasch zur Gründung einer kompletten Musikkapelle. Ende November wurden die Instrumente bestellt, die dann noch vor Weihnachten eintrafen.
Auf Ersuchen an Franz Ehrenstraßer aus Unterlangkampfen, er möge bei dieser Musikkapelle zur Aufrichtung beistehen, bot er hilfreich seine Hand, kam jede Woche zweimal zur Probe, so dass am 1. Mai 1927 das 1. Mal ausgrückt werden konnte. Alle Musikanfänger waren voll Eifer, so dass man hoffen konnte, dass sich das begonnene Werk nicht mehr so schnell lösen wird.
Eine Tanzlmusik war also sozusagen „Kerntruppe“ und bildete den ersten Musikantengrundstock für die junge Blaskapelle.
Weil für viele Musiker von Unterangerberg Mariastein als kirchliches und schulisches Einzugsgebiet galt, wählte der junge Klangkörper seinen Wohnsitz eben dort auch wurde somit auf den Namen „Bundesmusikkapelle Mariastein“ getauft.
Die erste Zeit des Bestehens war vor allem durch Werbung und Gewinnung von Musikanten, dem organisatorischen Aufbau und besonders durch mühevolle Ausbildungs- und Schulungsarbeit ausgefüllt.

Daten und Anmerkungen:
28.04.1927: 1. Hauptversammlung mit Ausschusswahl.
01.05.1927: 1.offizielles Ausrücken; Maiblasen mit Weckruf durch Mariastein um 04:00 Uhr, über Embach. 07:45 Uhr Einbegleitung der Feuerwehren von Unterangerberg und Mariastein zur Florianifeier, anschliessend 1. Konzert. Nachmittag Marsch über Strass, Baumgarten bis Linden.
06.05.1927: Inspizierung der Kapelle durch Bezirkskapellmeister Greiderer aus Kufstein.
14.08.1927: Gründungsfeier der Bundesmusikkapelle Mariastein.
10.09.1927: Ausserordentliche Generalversammlung. 1. Ausschuss.
Unterhaltungsmässig spielte sich damals alles in einem eher bescheidenen Rahmen ab. Der Veranstaltungskalender war nicht so reich bestückt wie heute. Da es wenig Ausrückungen gab, galten die als etwas Rares und Willkommenes. Anlässe waren zum Beispiel: Platzkonzerte, Ehrenständchen, Glückstopffeste. Selten gab es einmal eine Bahnfahrt zu einer Festlichkeit innerhalb des Bezirks, oder gar in die Landeshauptstadt. Ab und zu jedoch sogar über die Grenze ins Bayrische Nachbarland. Ein Beispiel aus dem Tagebuch der Musikkapelle, wo zu lesen steht:
17.05.1928 Maikonzert im Pletzerkeller in Rosenheim für die Boarische Gmoa – Hinfahrt erfolgte mittels Floss auf dem Inn!“
In den späteren Jahren gab es sogar innerhalb der Musikkapelle einen Theaterverein, der mit lustigen Stückln für Abwechslung sorgte.

Ein schmerzhafter Einschnitt in die Musikkapelle erfolgte durch den Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Dieser verhinderte bald jegliche Tätigkeit und riss arge Lücken in die Mannschaft. Ein beachtlicher Teil hoffnungsvoller Musikanten wurde leider als gefallen oder vermisst gemeldet, oder verstarb zu Hause an den Kriegsverletzungen.
Die Nachkriegszeit.
Zunächst galt es, den verbliebenen Restbestand an Musikanten wieder zu aktivieren und die Lücken durch jungen Nachwuchs auszufüllen. Am 25.05.1947 wurde die 1. Nachkriegsversammlung abgehalten. Vor allem drei Männer lösten diese mühevollen Nachkriegsaufgaben mit vorbildlichem Idealismus und verlässlichen Helfern. Obmann Johann Perthaler, Honalbauer; Kapellmeister Josef Bleickner, Tischlermeister; Obmann-Stellvertreter Johann Guggenberger, Edbauer.
Ihnen schuldet die Musikkapelle für die geleistete Wiederaufbauarbeit sehr viel Dank. Einige Beispiele: Nachwuchsförderung und Ausbildung – Ausbau eines ersten Probeloakls im Schlossgebäude von Mariastein in Eigenregie – Ergänzung von Noten – Umstimmung oder teilweise Neubeschaffung von Instrumenten – Anschaffung einer farbenfrohen Tracht, für die Obmann Perthaler mit 60.000 Schilling Bürge stand.

Neuer Standort – Neuer Name.
1966 wurde der Musikkapelle das Probelokal im Schlossgebäude gekündigt. Als Notlösung bot sich im Unterangerberger Schulhaus dafür ein Kellerraum an. Es erfolgte der Ausbau eines 2. Probelokals in Eigenregie und man übersiedelte nach Unterangerberg. Diese Übersiedlung ging nicht spurlos an der Musikkapelle vorbei. Es kriselte und etliche Musikanten verliessen den Klangkörper. Der geschwächte Mannschaftsstand ergab, dass die Musikkapelle nun zu 100% aus Unterangerbergern bestand. Daher drängte man auf Umbenennung der Kapelle. Obmann Heinrich Osl meisterete mit viel Fingerspitzengefühl diese Situation in Zusammenarbeit mit seinem Ausschuss und Kapellmeister Walter Ertl. 13.01.1973: Hauptversammlung mit Beschlussfassung über den neuen Namen. Das war die Geburtsstunde der „Musikkapelle Unterangerberg/Mariastein“.

Heute…
Eine Vielzahl an Ausrückungen zieht sich als roter Faden durch das Kalenderjahr der Musikkapelle. Beginnend bei der Jahreshauptversammlung, über das Frühjahrskonzert, viele Proben, die Platzkonzerte, die vielen Ausrückungen kirchlicher, gemeindlicher und auch privater Art in und rund um Angerberg und  Mariastein fordern oftmals von jedem einzelnen viel Engagement und manchmal auch Überwindung. Doch die gute Stimmung innerhalb unseres Klangkörpers, das tolle Miteinander von Jung und Alt, das Leuchten in den Augen des Kapellmeisters, wenn das eine oder andere Stück wieder besonders gut gelungen ist, oder auch der Stolz, der sich auf dem Gesicht des Obmanns abzeichnet, wenn wir in grosser Zahl und „in Reih und Glied“ marschieren. Dies alles sind die Bausteine, die die Musikkapelle zu etwas ganz Besonderem, fast schon Familiärem machen. Und trotz aller Virtuosität einzelner Musikanten, die diverse Musikstücke zu etwas Einzigartigem machen, zählt in erster Linie die Harmonie, die jedem weiblichen und männlichen Mitglied bewusst ist. Wenn ein Verein sein 90-jähriges Jubiläum feiern kann, dann kommt das nicht von ungefähr. Dann bilden viele musikalische Zahnräder ein Uhrwerk, das sich unermüdlich im Takt dreht. Keiner kann in die Zukunft sehen. Keiner weiss, wie lang sich dieses Uhrwerk noch dreht, und ob nicht das eine oder andere „Sandkörnchen“ das Werk verlangsamt. Aber so lange unermüdliche, freiwillige und innovative Menschen gemeinsam an diesem musikalischen Strang ziehen, wird die Musik weiterhin die Leute erfreuen, zu Emotionen hinreissen, sich in ihrem Inneren einnisten und ein Stück Geborgenheit und Wärme in sie zaubern.